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Industrie 4.0 – Kostensenkung durch Personalkürzung?

Der Gedanke zu Industrie 4.0 ist grundsätzlich nicht schlecht. Mit der heutigen IT-Technologie sollen möglichst alle Arbeiten ohne menschliche Unterstützung, automatisiert durchlaufen werden.

Viele denken dabei immer erst an Produktionsstrassen, zum Beispiel in der Automobilindustrie. Dabei liegt der viel interessantere Teil in der Dienstleistung bzw. Administration. Die technische Automatisierung ist ja bereits weit verbreitet und wurde bereits in den 1980-1990 Jahren begonnen. Sie wird mit Industrie 4.0 nur noch weiter getrieben und auf die gesamte Prozesskette eines Produktes ausgedehnt. Zum Beispiel in dem die Prozessketten des Zulieferers bis hin zum Rohstoff und umgekehrt bis hin zum Recycling einbezogen werden. Ausserdem liegen heute erstmals genügend und qualifiziertere Daten bereit um die Prozesse harmonisch mit allen Neben-, Folge- und Vorherigen Prozessen optimal abzustimmen.

Viel einschneidender – für die Gesellschaft – wird die Umsetzung von Industrie 4.0 in der Administration bzw. Dienstleistung sein. Während früher die einfachen Arbeiter möglichst in Massen eingespart werden sollten, zielt Industrie 4.0 darauf das mittlere Management und gut bezahlte Arbeitskräfte zu ersetzen. Ein paar Beispiele.

Wurden früher Versicherungsanträge noch von einzelnen Mitarbeitern vorgeprüft und dann zur letztlichen Genehmigung an Vorgesetzte weitergeleitet, wird das in Zukunft mit Industrie 4.0 einer Software übertragen. Kunden die Online einen Versicherungsantrag stellen werden durch eine Software überprüft. Man benötigt dann nur noch ca. 20 % des Personals um den Vertrag zu genehmigen oder abzulehnen. Das Einsparungspotential liegt also bei satten 80 % und zwar bei teurem Personal das auch noch oft eine Provision einkassiert. Dagegen sind Einsparungen in der Produktion Peanuts.

Ein ähnliches Betätigungsfeld liegt bei Banken. Ein Antrag auf ein Konto, eine Kreditkarte, einen Kredit oder eine Hypothek. Die Verfahren sind fast gleich. Es wird eine Bonitätsauskunft eingeholt, vielleicht noch ein Vorstrafenregister oder eine Auskunft aus einer Datenbank für Zahlungsmoral. Alter, Beruf, Ehestand, Nationalität, Einkommen, etc. geben die Kunden sowieso an. Heute machen solche Prüfungen qualifizierte Bankangestellte und legen dann das Dossier zur Freigabe dem Chef vor. All das kann eine Software nach Industrie 4.0 auch erledigen. Der Chef bekommt am Bildschirm alle Details, die Ergebnisse und eine Empfehlung der Software angezeigt. Annehmen / Ablehnen. Den Rest macht wieder die Software. Verträge ausdrucken, versenden und zur Unterschrift (elektronisch) dem Chef vorlegen. Auch hier können bis zu 80 % der Arbeitszeit eingespart werden.

Ein riesiges Betätigungs- und Einsparungsfeld für Industrie 4.0 liegt im gesamten Zahlungsverkehr und der Steuerabrechnung von Unternehmen.  Heutige Prozesse; eine Papierrechnung versenden, die Rechnung im optimalen Fall einscannen, in die Buchhaltung übergeben und zur Zahlung freigeben, Überweisung ausführen … etc. monatliche Umsatsteuererklärung erstellen, absenden, all das kann man mit Industrie 4.0 zu 99.90 % automatisieren. Wo man heute noch 10 Arbeitskräfte für die Administration benötigt, braucht man später nur noch 2 um die 0.10 % zu bearbeiten, welche nicht von der Software erledigt werden kann.

Was ist die andere Seite der Medaille?

Der Gedanke zu Industrie 4.0 ist ja gut und schön. Dennoch sollte man hier dann aber auch die gesamte Sache betrachten. Unsere westlichen Gesellschaftsmodelle basieren darauf, dass wir arbeiten, dafür Geld bekommen, dieses wieder ausgeben und damit für Einnahmen bei den Unternehmen sorgen. Daran hänge alle unsere Sozailsysteme und die Steuern, die eben auch nur so viel bekommen wie im Kreislauf erwirtschaftet wird. Das System funktioniert nur, wenn alle Positionen in ungefähr gleicher Höhe ausgeführt werden.

Wenn aber durch Industrie 4.0 immer mehr Arbeitskräfte – sogar mit hohen Einkommen – durch Software ersetzt werden, fehlt diesem Kreislauf ein grosser Teil der sich dann auch in der Nachfrage wiederspiegelt. Ein Arbeitsloser Bankangestellter wird sicherlich keine teure Lebensversicherung abschliessen. Der Kreislauf kann so nicht funktionieren. Natürlich ist der Markt für Arbeit elastisch und es wird Übergänge geben, dennoch wird es zu grossen Problemen führen.

Besonders wenn man berücksichtigt, dass in anderen Branchen oder Technologien entsprechende Entwicklungen vonstatten gehen. Durch Elektroautos – die nicht aufzuhalten sind – werden 5 Mio. Arbeitsplätze alleine in Deutschland verloren gehen. Durch die Dezentralisierung der Energieerzeugung werden noch einmal tausenden Arbeitsplätze verloren gehen. Zusammen mit der Industrie 4.0 können so schnell 15 bis 20 Mio. Arbeitsplätze bis 2050 eleminiert werden. Eine Entwicklung von Branchen die das auffangen können ist nicht in Sicht. Lediglich der demografische Faktor kann uns da in die Hände spielen. In 2050 sollen nur noch 60 Mio. Menschen leben, da sehr viele gestorben sind und kaum Kinder geboren werden.

Für viele die in dieser Zeit aber noch ihr Einkommen verdienen müssen, ist das kein Trost. Die Politik zeigt keine Lösungen und Wege auf die diese Ungerechtigkeit ausgleichen können. Von der CDU (in Deutschland) habe ich nur lapidar gehört, dass das der felxible Arbeitsmarkt auffangen wird und durch die anziehende Weltkonjunktur ein Ausgleich ensteht. Passiver geht es nicht mehr.

Fall Jacintha Saldanha – Mehr Kontrolle über die Medien gefordert

Der Fall Jacintha Saldanha schlägt weltweit hohe Wogen. Vor ein paar Wochen machte sich der australische Radio Sender 2Day FM einen üblen Scherz. Einen sogenannten „prank“ (Bubenstrich). Viele Medien nutzen solche billigen Methoden um auf Kosten anderer ihre Zuschauer- oder Zuhörerzahl zu erhöhen und mehr Geld einzunehmen. Bei MTV und VIVA werden diese „Pranks“ als Videos gezeigt.

Zu der Zeit war Prinzessin Kate in der King-Edward-VII-Klinik in London. Sie hatte über schwagerschaftsbedingte Übelkeit geklagt und war zur vorsorglichen Untersuchung für ein paar Tage in die Klinik gegangen.

Die beiden Radio Moderatoren Frau Mel Greig und Herr Michael Christian von 2Day FM, Sydney, Australien riefen per Telefon nun in der Klinik an. Es war ca. 04:00 Uhr Ortszeit am frühen Morgen in London. Sie gaben sich als Königin von England und Prinz Charles aus und baten darum über den Gesundheitszustand von Kate unterrichtet zu werden. Fall Jacintha Saldanha – Mehr Kontrolle über die Medien gefordert weiterlesen

Stellenangebot im Internet bleibt hoch

Nach dem Rekordstand im Frühjahrsquartal verringert sich das Schweizer Online-Stellenangebot im Sommer um knappe 2 Prozent. Der Monster Index Schweiz MIS (vormals jobpilot-Index), die etablierte Messgrösse für die Entwicklung des Schweizer Stellenangebots im Internet, sinkt im Juli gegenüber April um 4 auf 216 Punkte. Trotz des leichten Rückgangs steht der MIS auf der zweithöchsten je erreichten Marke.

  • Der Monster Index Schweiz MIS® (vormals jobpilot-Index) fällt leicht um nur 4 auf 216 Punkte
  • Das Stellenangebot auf den Firmen-Websites gibt etwas nach, bleibt bei den Stellenbörsen aber konstant

Der von Monster.ch publizierte Index wird von der Fachhochschule Nordwestschweiz (Teilindex für Jobbörsen) gemeinsam mit der Universität Zürich (Teilindex für Unternehmen) erhoben. Stellenangebot im Internet bleibt hoch weiterlesen

Online „astroturfing“ weiter fortgeschritten und stärker automatisiert

Robot Wars

Original (Englisch) von George Monbiot. Veröffentlicht im Guardian 23. Februar 2011 (Übersetzung: Gordian Hense, mit Genehmigung des Autors)

Jeden Monat ergeben sich mehr und mehr Beweise, dass viele Kommentare in Threads, Foren oder Blogs im Internet nicht von den Benutzern stammen von denen man glaubt das sie sind.

Die Anonymität des Internets bietet Unternehmen und Regierungen beste Möglichkeiten „astroturf“ – Operationen auszuführen (astroturf siehe Wikipedia). Zum Beispiel gefälschte „Grassroot“ – Kampagnen, die den Eindruck erwecken sollen, dass eine große Zahl von Menschen bestimmte Dinge fordern oder gegen bestimmte Maßnahmen sind. Diese Täuschung ist am wahrscheinlichsten, wenn die Interessen von Unternehmen oder Regierungen im Konflikt mit den Interessen der Öffentlichkeit stehen. Zum Beispiel gibt es eine lange Geschichte der Tabakindustrie, die „astroturf“ – Gruppen geschaffen hat, um gegen die Regulierung des Tabakkonsums vorzugehen (a.d.R. z.B. Verbot in Restaurants). Online „astroturfing“ weiter fortgeschritten und stärker automatisiert weiterlesen