Zynga, Abzocke?

Vor ein paar Wochen bekam ich einen unerwarteten Anruf eines aufgeregten Vaters. Er wäre über eine meiner Webseiten auf mich gestossen, da er dort einen Artikel über die Firma Zynga Inc. und Ihre Spiele gefunden hätte. Seine bereits erwachsenen Kinder würden sich bald ruinieren und ihre jungen Familien mit in den Abgrund reissen. Was man denn dagegen machen könnte?

Tatsächlich hatte ich einmal einen Online-Bericht über die Firma Zynga Inc. geschrieben und auf die vielen Online-Spiele hingewiesen die Zynga, vor allem über Facebook, online anbietet.

Zur Erklärung, die Firma Zynga Inc. in San Francisco, Kalifornien, USA ist bekannt geworden mit Online-Spielen die sie z.B. auf Facebook zur Verfügung stellen. Die bekanntesten Spiele sind „Mafia Wars“, „Castel Ville“ oder „Farm Ville“. Die Firma hat schnell viele Millionen Dollar mit diesen Spielen verdient und ist gerade in diesem Jahr an die Börse gegangen. Durchschnittlich sind 1,5 Millionen Spieler weltweit, gleichzeitig online und spielen die Spiele von Zynga. Rund um die Uhr.

Das Geschäftsmodell der von Zynga Inc. angebotenen Online-Games ist recht einfach, wenn sie auch dem normalen Spieler nicht sofort ersichtlich sind. Die Benutzung der Spiele ist meist kostenlos. Der Spieler steigt ein und stellt bald fest, dass er bestimmte Punkte, Gegenstände oder Level haben muss um in dem Spiel weiter zu kommen. Man muss immer höhere Level durch seine Aktivitäten erreichen. An irgendeiner Stelle benötigt man ein Werkzeug, eine Waffe oder Munition, die man sich nicht durch Fleiss oder sonst wie erarbeiten kann. Ohne echtes Geld geht es dann bald nicht mehr. Man erreicht keine höheren Punkte und bekommt keine weiteren Hilfen mehr. Entweder man beendet das Spiel oder der Spassfaktor wird sehr gering.

Ausweg ist dann immer der Online-Kauf von Hilfsmitteln im Spiel. Bezahlen kann man bei Zynga online per Kreditkarte. Meist sind diese gekauften Produkte Abonnements und laufen mehrere Monate. Manch ein Spieler, gerade wenn er mehrere Spiele spielt, verliert dann den Überblick und gerät in ungeahnte Ausgaben.

Neben Zynga Inc. selber existiert auch ein grosser „grauer“ Markt an Produkten rund um die Spiele. Da werden Bücher mit Hilfestellung zur Erreichung des nächsten Level angeboten bis hin zu praktischer Unterstützung im Spiel. Auch hier kann man viel Geld online ausgeben.

Mein, oben erwähnter, Anrufer beklagte nun, dass seine Söhne, die jeweils bereits selber junge Väter sind, teilweise Tag und Nacht vor dem Computer sitzen und diese Spiele spielen. Sein ältester Sohn hätte bereits ca. 30’000 CHF in die Spiele gesteckt und sässe Tag und Nacht davor, würde sich nicht mehr um seine Frau und Kinder kümmern. Die Ehe wäre bald am Ende. Der Job wäre weg. Er wäre verzweifelt. Alles nur wegen dieser Online-Spiele. Der jüngere Sohn hätte gerade 3’000 CHF an Zynga Inc. eingezahlt und wollte diese jetzt aber wieder zurück haben. Weil er es sich anders überlegt hätte und durch drängen des Vaters zur Vernunft gekommen wäre. Es gäbe aber keine Möglichkeit das Geld zurück zu fordern. Es gäbe auch keine Kontaktadresse an die man sich bei Zynga wenden könnte. An die Email-Adresse von Zynga hätten sie bereits geschrieben, jedoch nie eine Antwort erhalten. Allerdings hätten Sie auch auf Deutsch geschrieben, die Firmen-Webseite von Zynga ist aber (Anm. d. R. in diesem Bereich) auf Englisch.

Er hätte sich gewünscht, Zynga hätte die Möglichkeit für bestimmte Leute die Spiele zu sperren, etwa wenn diese süchtig wären und ihr Leben und ihre Familie ruinieren würden. Aber von Zynga käme nichts, keine Antwort keine Hilfestellung. Ob ich denn keinen Weg wüsste.

Ich konnte dem armen Vater nur versprechen, dass ich auch an Zynga schreibe und um Hilfe bitte. Das habe ich auch getan und nie eine Antwort erhalten. Ich habe das Gefühl, dass Geschäftsmodell sieht genau den grössten Profit darin, an das Geld dieser „Süchtigen“ zu kommen.

Interessant wären nun Erfahrungen von anderen Spielern oder deren Verwandten. Die Kommentarfunktion steht dazu gerne offen. Was meinen Sie?

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