Wie Microsoft die Anforderungen der NSA erfüllt

Basierend auf Berichten des Guardian unterstützt Microsoft die NSA mit dem Zugang zu ihren Systemen. Geheime Dokumente die von Edward Snowden an den Guardian übergeben wurden zeigen detaillierte Einblicke und beweisen diese Tätigkeiten.

Der Guardian berichtet, das das Mail-System Outlook.com, bereits vor seiner Verschlüsselung von der NSA „abgehört“ und entschlüsselt werden konnte. Microsoft hatte der NSA vor dem Start die nötige Hilfe zukommen lassen.

Auch das beliebte Video-Telefon-System „Skype“, welches seit Mitte 2011 Microsoft gehört, wird von der NSA „abgehört“. In einem Dokument rühmen sich die Mitarbeiter von der NSA, dass sie es in kurzer Zeit geschafft haben, die Menge der mitgeschnittenen Video-Telefonate zu verdreifachen.

Auch der Cloud-Service von Microsoft „SkyDrive“, mit mehr als 250 Mio. Mitgliedern weltweit, wird von der NSA „abgehört“.

Microsoft betont in Medienmitteilungen, dass es sich bei all der Unterstützung für die NSA streng an die Gesetze hält und keine Daten oder Zugänge ohne gesetzliche Anweisung heraus gibt.

Man kann davon ausgehen, dass auch andere Systeme des Konzerns in Mittleidenschaft gezogen sind. Die NSA wird sich nicht nur auf diese drei Services von Microsoft beschränken um an Daten zur Bekämpfung des Terrorismus zu kommen. Allerdings ist dazu noch nichts bekannt.

Viele US-Bürger sind auch betroffen

Aus den Unterlagen von Snowden wurde aber auch ersichtlich, dass die NSA den Personenkreis, der bespitzelt werden darf, sehr grosszügig auslegt. Eigentlich darf die NSA nur Ausländer und US-Bürger im Ausland bespitzeln. Aber wenn die NSA annehmen darf, dass 51 % der Ziele der Informationen für Ausländer bestimmt sind, dann darf sie diese Kommunikation auch aufzeichnen und analysieren. Auch wenn es sich bei den Absendern um US-Bürger handelt. Diese Definitionen bestimmt ein geheimes Gericht (FISC, Foreign Intelligence Surveillance Court) in den USA. Alle Kommunikation, die aus dem Ausland an US-Bürger im Land oder in andere Länder gesendet wird, darf die NSA laut den US-Gesetzen sowieso abhören und analysieren.

Da rein theoretisch viele Emails, die von Absendern in den USA an Empfänger in den USA, auch über das Ausland geroutet werden, ist anzunehmen, dass die NSA einen sehr grossen Teil auch der inländischen Kommunikation abhört und analysiert. Also auch viele US-Bürger selber von dem Abhörskandal betroffen sind.

Weiterhin wurden aus den Unterlagen ersichtlich, dass die NSA Daten an alle anderen US-Untersuchungseinrichtungen weiter gibt. Also an das FBI, die CIA und natürlich an das DHS (Department of Homeland Security).

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