Zunahme der unkritischen Verbreitung von fragwürdigen Informationen und Abnahme der Hinterfragung in der Öffentlichkeit

Gehirnwäsche und Lobbyarbeit durch Manipulation von Nachrichten, Angst vor Karriereproblemen und Ansehensverlust

Bei kritischer Beobachtung der Medien und des Internet-Geschehens, fällt einem eine über Jahre hin schleichende Veränderung auf. Die unkritische Übernahme von Informationen von „anerkannten“ Organen nimmt zu. Die verbreitete Information zeigt oft nur noch einen extremen Standpunkt auf, wird aber als breit anerkannte Information verkauft. Unliebsame, wichtige Nachrichten dagegen werden nicht veröffentlicht oder wenn es sich nicht vermeiden lässt, verniedlicht oder so chaotisch dargestellt, dass kein Mensch sich mehr ein Bild machen kann. Methoden die in totalitären Regierungen zur Verschleierung und Diskreditierung verwendet werden, haben in unserer aller Mitte Normalität angenommen.

Die Kommentierung und kritische Hinterfragung dagegen nimmt ab. Auch durch das Bekanntwerden der NSA und GCHQ – Skandale nimmt die Angst zu, öffentlich Stellung zu nehmen. In sozialen Netzen, in Kommentaren und Co. werden nur noch Freundlichkeiten und Belanglosigkeiten ausgetauscht. Früher wurden in Xing und auf Facebook wilde Diskussionen zu allem möglichen Themen geführt. Seit aber den Menschen gesagt wurde, dass es schädlich für ihre berufliche Karriere oder ihr Ansehen in der Bekanntschaft / Öffentlichkeit sei, haben sich viele zurück gezogen oder schreiben heute nur noch unverfängliches, belangloses Zeug. Anregungen aus Kritik und Betrachtungen aus anderer Perspektive sind damit eliminiert worden

Wenn es die Absicht einer Gehirnwäsche oder Lobbyarbeit bei der breiten Öffentlichkeit gibt, dann wird diese dadurch immer stärker betrieben. Durch das Internet hat sich die Geschwindigkeit mit der Nachrichten verbreitet und erfunden werden dramatisch erhöht. Hat früher ein Wochenmagazin zu einem Thema einen Artikel in der Woche veröffentlicht, werden heute zu dem gleichen Thema am Tag drei oder vier ähnlich lautende Artikel im Internet verbreitet.

Lügen ist auch, wenn man von der Wahrheit etwas verschweigt

Wie Tatsachen verdreht oder jeweils genutzt werden kann man gut an einem Beispiel erkennen. Der Focus schreibt am 05.02.2014 einen Artikel mit folgendem Titel: „Zweitjob zusätzlich zum Hauptberuf: Millionen Deutsche müssen doppelt schuften„. Das Wort „müssen“ suggeriert, dass diese Menschen auf den Zweitjob in finanzieller Hinsicht angewiesen sind um finanziell über die Runden zu kommen. Bewiesen wird das nicht und es wird auch kein Hinweis angegeben, wo man diesen Vorwurf nachprüfen könnte. Zitiert wird in dem Artikel eine Studie in der „Saarbrücker Zeitung“ die ehemals auf Anfrage der Grünen im Deutschen Bundestag erstellt wurde. Ein Hinweis auf den Artikel in der Zeitung oder zu der Studie fehlt. Ich habe mir die Mühe gemacht den Artikel zu suchen und zu finden. Dort wird auch keine Angabe gemacht wo die Studie zu bekommen ist. Vermutlich will das auch keiner. Denn, meine Frage lautet: „Müssen diese Menschen tatsächlich aus finanziellen Gründen einen Zweitjob annehmen oder nicht? Wie viele davon machen diesen Zweitjob nur um z.B. zwei mal im Jahr in Ferien zu fliegen oder ihr Haus schneller abzuzahlen? Wie viele davon nehmen unbegründet anderen dadurch eine Vollzeitstelle ab.“ Diese Fragen sind begründet, denn sollten sie sich als wahr erweisen erscheint das ganze Thema in einem total anderen Licht und es leiten sich auch andere Konsequenzen für die Politik dadurch ab.

Das Thema wird in vielen Zeitungen online wie offline so manipulativ verbreitet. Diese Meldung ist auf jeden Fall tendenziös, denn zumindest wird auf die andere Sichtweise die es dazu gibt nicht hingewiesen. Man muss den Redakteuren unterstellen, dass sie diese Art der Veröffentlichung nur so vornehmen um die Auflage zu erhöhen und damit politische Ziele verfolgen. Denn eine Schlagzeile wie „Zweitjob zusätzlich zum Hauptberuf: Millionen Deutsche schuften doppelt für zwei mal Ferien im Jahr“ würde kein Aufsehen erregen, im Gegenteil das Magazin würde heftige Schellte beziehen. Übrigens wird diese Nachricht auch in anderen Ländern in Europa ja auch in der Schweiz und den USA so jeweils für das Land angepasst verbreitet. Man könnte den Eindruck gewinnen, da gibt es eine noch weiter oben stehende Instanz die solche manipulativen Meinungen so verbreitet sehen will.

Drei Nebenjobs sind für manche eine Vollzeitstelle – nehmen manche anderen ihre Existenz weg?

Ungeachtet welche Meinung ich zu diesem Thema habe, finde ich es nicht richtig wenn zunehmend einseitige Darstellungen verbreitet werden. Menschen sollten immer die Wahl haben zwischen den Standpunkten zu einem Thema zu entscheiden. Man kann auch Lügen in dem man von der Wahrheit etwas verschweigt. Für die Politik wird es auch schwieriger wirklich sachlich zu entscheiden. In unserem Beispiel könnte es z.B. zwei Gruppen geben. Die eine die tatsächlich aus finanzieller Not einen Zweitjob ausführt und die andere die ihn nur macht um eben zwei mal im Jahr in Ferien zu fahren. Daraus leitet sich eine ganz andere Konsequenz für Politiker ab. Sie müssten in Zukunft denen helfen die finanzielle Probleme haben und gleichzeitig dafür sorgen, das die anderen Zweitjober nicht anderen eine Vollzeitstelle wegnehmen. Das Gemeinwesen hat mehr davon, wenn es mehr Vollzeitbeschäftigte gibt die damit ihren Lebensunterhalt zu hundert Prozent bestreiten, als wenn es viele Zweitjober gibt. Bei der Wirtschaft ist das natürlich genau anders herum.

Ein weiteres Beispiel gegen den Mindestlohn

Ein ähnliches Thema ist derzeit die angebliche wissenschaftliche Studie – das der Mindestlohn den sich Sozialdemokraten wünschen – die Schwarzarbeit fördern würde. Diese einseitige Betrachtung verbreiten vor allem die öffentlich rechtlichen Sender in Deutschland. In anderen Länder hängen sich Lobbyisten an das Thema in ähnlicher Weise an. Verschwiegen wird dabei, dass sich die potentiellen Arbeitskräfte in den kommenden Jahren stark reduzieren werden, da die Baby-Boomer in Rente gehen werden und die folgenden Generationen nicht so viel an Masse bieten wie frühere Generationen. Unternehmen werden zunehmend froh sein überhaupt Arbeitskräfte zu bekommen, da wären sie schön blöd diese als Schwarzarbeiter zu beschäftigen. Schwarzarbeit lohnt sich nur, wenn es ein Überangebot an billigen Arbeitskräften gibt. Diese werden aber in Zukunft Mangelware.

Ein weiterer Punkt den vielen dann anführen ist, die Zuwanderung aus dem Osten – die dann eventuell Schwarzarbeit leisten. Auch hier wird verschwiegen, dass die Menschen die heute noch aus dem Osten nach Deutschland kommen um zu arbeiten, so bald zurück in ihre Heimat gehen, wenn sie dort adäquate Verhältnisse haben. Das ist nach Erfahrungen mit Polen und Tschechien nach drei bis vier Jahren der EU-Zugehörigkeit so. Der Rest der bleibt, möchte ordentliche Anstellungsverhältnisse, weil er sich genau so wie ein Deutscher ein wohlhabendes Leben aufbauen will.

In der am stärksten betroffenen Branche „Bau“ gibt es heute schon einen Mindestlohn über Tarifverträge und scharfe Kontrollen gegen Schwarzarbeit. Die Veröffentlichung der Studie zum jetzigen Zeitpunkt und deren manipulativen Nutzung/Darstellung ist eindeutige einseitig politisch motiviert. Mit anderen Worten, die Menschen werden mit Nachrichten in Angst versetzt um nach Meinungen der Lobbyisten zu tanzen.

Hinterfragung und Hinweis auf Missstände wird unmöglich gemacht

In den USA aber auch in anderen Ländern in Europa herrscht eine gesellschaftliche Verhaltensregel vor. Man kritisiert einander nicht. Man sagt über andere nichts, ausser etwas Positives unverfängliches. Man bewertet andere Menschen oder Organisationen nicht. Selbst der Hinweis auf Missstände ist oft schwierig bis gar nicht möglich. Es hat sich in diesen Ländern eine Kultur „des nicht kritisieren, des nicht Stellung nehmen“ eingebürgert. In Zeitungen und anderen Medien wird durch indirekte, sehr sensible Hinweise kritisiert oder auf Missstände hingewiesen. Es fehlt eine komplette Streitkultur. Streit und Streitkultur sollten gerade in demokratischen Ländern aber als „das“ Mittel zur Meinungsbildung verwendet werden. Fehlt es gibt es automatisch Spannungen. Spannungen die sich dann doch irgendwann einen Weg suchen, oft aber dann einen sehr aggressiven und schmerzhaften. Eine gute Streitkultur vermittelt zwischen allen Lagern und harmonisiert eine Gesellschaft.

Ein freundlich gemeinter Hinweise bei einer Begrüssung am Morgen „heute sehen Sie aber hübsch aus“, kann in den USA schon als sexueller Übergriff oder Anzüglichkeit im Beruf gewertet werden. Ja, kommen diese Dinge häufiger vor, so ist mit strafrechtlichen Konsequenzen und Entlassung zu rechnen. Dadurch werden die tatsächlichen sexuellen Übergriffe oft in den Schatten gestellt bzw. die Aufklärung dieser durch fehlende „Streitkultur“ erschwert. In Fällen von Anzeigen wird dadurch auch oft aus Unwissenheit gehandelt. Nicht zu kritisieren und zu streiten löst an allen möglichen Stellen des gesellschaftlichen Lebens Spannungen hervor, die sich dann irgendwann entladen müssen. Zum Beispiel in Amokläufen von Sechzehnjährigen – weil sie die verlogene Welt nicht verstehen.

Dabei ist Kritik und der Hinweis auf Missstände ja eine positive Sache. Nur durch Kritik von anderen kann man sich oder sein Leben ändern. Können Unternehmen und Organisationen ja auch Regierungen sich ändern. Sie bekommen alle durch Kritik einen Anhaltspunkt an dem sie sich orientieren können, eine andere Sichtweise und damit die Erweiterung des geistigen Horizonts. Kritik ist das beste Feedback das man bekommen kann. Es zeigt einem manche Fehler auf den Punkt genau auf.

Politik durch verschweigen von Nachrichten

Es ist in vielen westlichen Ländern heute Usus geworden, durch das verschweigen von Nachrichten Politik zu machen. Selbst angeblich unabhängige Fernseh- und Radiostationen die über Zwangsabgaben von den Bürgern ihres Landes finanziert werden, machen sich dabei schuldig. Ein Beispiel:

Am 03.02.2014 wurde bekannt, dass der Chaos Computer Club, die Internationalen Liga für Menschenrechte e. V. und einige andere Personen gegen die Bundesregierung Deutschlands, die Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes, Militärischen Abschirmdienstes und Bundesamtes für Verfassungsschutz Strafanzeige beim Generalbundesanwalt erstattet hat. Unter anderem werden auch einzelne Personen, wie z.B. die Bundeskanzlerin Angelika Merkel angezeigt.

„US-amerikanischen, britischen und deutschen Geheimdienstagenten und ihre Vorgesetzten, dem Bundesminister des Inneren sowie der Bundeskanzlerin werden verbotene geheimdienstliche Agententätigkeiten sowie Beihilfe hierzu, Verletzungen des persönlichen Lebens- und Geheimbereichs und Strafvereitelung im Amt durch Duldung und Kooperation mit der NSA und dem GCHQ vorgeworfen.“

Diese Nachricht ist auf jeden Fall würdig in den Hauptnachrichten der verschiedenen Fernseh- und Rundfunksender erwähnt zu werden. Immerhin geht es um die Regierung Deutschlands und zusätzlich um „die“ führende Politikerin des Landes, ihre Glaubwürdigkeit und Gesetzestreue. Es geht auch darum eine Bewegung anzuregen, die den Status Deutschlands verändern könnte. Zu Gunsten aller in dem Land lebenden.

In Frankreich, Belgien und England (europäische Gerichtshof) wurden ähnliche Anzeigen gegen die Regierungen und ihre Vertreter erstattet.

Während in ausländischen Nachrichten und Medien die Nachricht rund um die Welt verbreitet und diskutiert wird, verschweigen die Nachrichtensendungen der grossen öffentlichen Rundfunk- und Fernseh-Anstalten in Deutschland diese Nachricht komplett. Selbst in den folgenden Tagen wird diese Nachricht dort nicht erwähnt. Die öffentlichen Rundfunk- und Fernseh-Anstalten in Deutschland machen sich damit nun endlich total unglaubwürdig. Sie wurden in den letzten Jahren zunehmend genau wegen dieser Machenschaften gerügt und kritisiert, nun wird wieder ein Beweis für die manipulative Berichterstattung geliefert. Nun muss jeder Zuschauer sich ja fragen, was stimmt an den Meldungen über Syrien oder die Ukraine oder andere Meldungen eigentlich in den Rundfunk- und Fernseh-Anstalten in Deutschlands noch? Was wird verschwiegen? In wie weit werden die Nachrichten „angepasst“, so dass sie in das Wunschbild der Leitung passt?

Wenn Demokratien es zulassen, dass die Meinungsbildung unterwandert wird, dann begeben sie sich automatisch auf einen totalitären Weg

Streitkultur bedeutet nicht, dass man sich wegen unterschiedlicher Meinungen den Kopf einschlägt, sondern, dass man sich andere Meinung anhört und über die unterschiedlichsten Sichtweisen des Problems diskutiert, sie reflektiert und möglichst einen Konsens findet, mit dem alle leben können. Diese Dinge fange bei kleinen Dingen im Leben an und enden bei Machenschaften staatlicher Medien.

Das Gegenteil davon sieht man gerade in der Ukraine und Thailand. Obwohl demokratische Mittel zur Verfügung stehen um zu diskutieren und mehrheitlich abzustimmen, gehen Minderheiten einen radikalen Weg. Aus Opportunität durch wirtschaftliche Wünsche wird hier manipulativ darüber berichtet, weil man sich von den eventuellen neuen Verhältnissen Vorteile verspricht. Das ist nicht demokratisch oder souverän und unseren Ländern nicht würdig. Beide demokratische Länder, deren demokratisches Vorgehen (z.B. Wahlen) von internationalen Gremien als ordentlich bezeichnet werden (UNO), werden hier als totalitär dargestellt. Das ist manipulativ und es muss die Möglichkeit der Darstellung anderer Meinungen geben, die in einer ähnlichen Grössenordnung steht, wie die die manipulativen Thesen verbreiten.

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