Wie stellen Unternehmen interne Sabotage ab?

Das Internet wird zunehmend kompromittierbar. Das soll heissen, dass die Systeme in denen wir uns im Internet bewegen zunehmend durch Manipulation und Missbrauch bestimmt werden.

Bei allen möglichen Wiki-Seiten ist uns bekannt, dass Derjenige, der den längeren Atem und die grössere Frechheit besitzt, auch zum Zuge kommt, bzw. seinen Eintrag verteidigt. Das führt von falscher Geschichtsdarstellung bis hin zur Verschleierung von Produktfehlern.

Wer sagt uns nicht, dass Mitarbeiter von Suchmaschinen oder deren Sub-Unternehmen zugunsten eines Dritten Daten in der Suchmaschine, dem Shopping-System dem Banner-System oder dem Webmaster-System manipulieren.

Dort ist es ganz leicht einen unliebsamen Konkurrenten abzuschiessen oder einfach seiner Rache freien Lauf zu lassen. Ich könnte ihnen sofort rund ein Dutzend Möglichkeiten aufzählen mit denen sie auf ganz einfache Weise jemandem schaden könnten, ohne das es ein System gibt welches aufzeigt wer die Manipulation erwirkt hat.

Da werden in der Wirtschaft immer grosse Worte geschwungen. „Corporate Governance“ oder „Best Practice“ – die eigentlich den Rahmen für die sich selbst überprüfenden Systeme enthalten sollten. Aber sie werden nur für die Investoren mit leeren Wörtern gefüllt. Wo bitteschön steht von Google Inc. veröffentlich wie sie sicherstellen, dass kein Datenmissbrauch oder Manipulation mit den ihnen zur Verfügung stehenden Daten oder Systemen betrieben wird. Welche Systeme werden eingesetzt und welche externen Stellen kontrollieren den sauberen Sachverhalt.

Ein offensichtlicher Fall wurde Anfang des Jahres bekannt, bei dem Google-nahe Mitarbeiter versuchten die Daten eines Konkurrenten „openstreetmap“ zu manipulieren.

Zwei Nutzer hätten seit Ende vergangener Woche mehrfach die Karten von New York, London und weiteren Städten beschädigt. Zum Teil seien die Manipulationen offensichtlich gewesen, zum Teil auch subtil, etwa indem die Richtung von Einbahnstraßen umgekehrt wurde. Quelle: Golem.de

Weitere ähnliche Meldungen gingen bereits um den Erdball.

Viel leichter aber sind die Möglichkeiten im eigenen Haus. Warum sollte jemand nicht an den Parametern von AdWords, AdSens, etc. zu Gunsten oder Ungunsten eines Kunden, Freundes oder aus anderen Gründen herum drehen. Wer kontrolliert das und wie kontrolliert er das? Gibt es dafür Verfahrensbeschreibungen, Qualitästrichtlinien oder Massnahmenpläne der Unternehmen? Welche Risiken können daraus für Investoren entstehen.

Ein Beispiel. In Google Shopping wurde die Markierung für die Versandkosten entfernt, welche angibt wie die Versandkosten für die eingespielten Produkte zu berechnen sind. Ohne Versandkosten sind die Produkte ungültig und erscheinen nicht in den Ergebnissen der Google-Shopping Suche. Ein echter Nachteil für den Inhaber dieses Accounts. Er merkt es vielleicht lange nicht oder sucht den Grund für die Ablehnung seiner Produkte an anderer Stelle.

Manipulationsmöglichekiten dieser Art finden sich tausende in den Systemen von Google und Co. – wenn nicht böswillig so können Manipaulationen auch durch Fehler der Mitarbeiter oder Updates und Anpassungen enstehen, die aber Nachteile für den einen und Vorteile für den anderen erzeugen können.

Über „Google Quality Assurance“ finden Sie im Internet kaum eine Aussage. Über die Google Suche finden sie eher ein paar Blogs die genau im Gegenteil darüber berichten, dass es bereits schon zu Manipulationen kam. Für Aktionäre ein Risiko ohne Ende. Stellen sie sich vor, morgen gibt es einen glaubwürdigen Bericht aus dem hervorgeht, dass bei Google AdWords Anzeigen zugunsten grosser Agenturen manipuliert wurden, so dass kleinere Kunden mehrere Millionen Dollar zu viel bezahlten. Ein Desaster für das Unternehmen. Viele kleine Kunden würden ihre Aufträge stornieren und zur Konkurrenz abwandern. Aktionäre würden viel Geld verlieren.

Auch in anderen Unternehmen muss dieses Thema angegangen und bearbeitet werden. Mitarbeiter, gerade in sehr grossen Unternehmen, sind oft anfällig für „Workplace Violence“. Quellen geben an

„… dass Workplace Violence in den USA einen Schaden von 36 Milliarden Dollar (27,7 Milliarden Euro) im Jahr verursache.“

„Workplace Violence“ ist der Ausdruck für alle Formen des destruktiven Handelns von Mitarbeitern. Welche Gegenmassnahme bieten Unternehmen für diese Dinge an? Wird das Thema überhaupt ernst genommen? Für Aktiengesellschaften müsste es Vorschrift sein, diese Dinge zu regeln. Daran sollten Kunden, Aktionäre, Banken und die Unternehmen selber ein grosses Interesse haben.

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