Wider den Antisemitismus

Bei jedem noch so nichtigen Anlass beschwören westliche Politiker  das Existenzrecht Israels und das Gespenst des Antisemitismus

Dagegen herrscht bei der Verletzung elementarer Menschenrechte, des Internationalen Rechts und der Missachtung einschlägiger UNO-Resolutionen durch den zionistischen Staat in der Regel dröhnendes Schweigen oder gewundener Diplomatensprech.

Die Existenz Israel in den Grenzen von 1967 ist gesichert. Sie wird nicht nur durch die EU und die Weltmacht USA garantiert, sondern auch von Israel selbst. Das Land ist allen Anrainern wirtschaftlich, technisch und militärisch haushoch überlegen. Das wissen nicht nur die Mullahs in Teheran, sondern auch die Führer der Hamas. Der ehemalige Hamas-Ministerpräsident Hanije hat wenige Monate nach seinem Amtsantritt in einem Interview zu erkennen gegeben, dass eine Anerkennung des Existenzrechts Israels für die Hamas durchaus möglich ist – freilich nicht als Voraussetzung, sondern als Ergebnis von Verhandlungen und nach genauer Klärung, was eigentlich damit anerkannt wird.

Von daher richtet sich der palästinensische Widerstand vor allem

  • gegen die völkerrechtswidrige Besetzung des Westjordanlandes,
  • gegen den ungebremsten Siedlungsbau,
  • gegen eine Trennmauer, die z.T. weit  in palästinensisches Land greift,
  • gegen die fortwährende Zerstörung palästinensischer Häuser, Brunnen und Olivenplantagen,
  • gegen die Zerschneidung palästinensischer Gebiete durch ein Straßennetz, dass exklusiv nur von Siedlern genutzt werden darf,
  • gegen die schleichende Verdrängung der palästinensischen Bevölkerung aus  Ostjerusalem sowie der Beduinen aus ihrem angestammten Lebensraum,
  • gegen die oft willkürlichen Razzien und Inhaftierungen,
  • gegen den Diebstahl der lebenswichtigen Ressource Wasser,
  • gegen die installierten militärischen Zonen entlang des Jordan, die die Grenze nach Jordanien faktisch abriegeln und
  • gegen die jahrelange Isolierung und Strangulierung von Gaza.

In der Schweiz läuft aktuell eine Aktion für mehr ZIVILCOURAGE. „Kneifen gilt nicht!“, heißt es auf den Plakaten. Die zur möglichst objektiven Information verpflichteten Medien und die im Auftrag ihrer Bevölkerung handelnden Politiker sollten sich das hinter die Ohren schreiben und die oben genannten, seit Jahrzehnten andauernden, Missstände klar benennen und entschieden dagegen vorgehen. Die BZ-Journalistin Annemarie Rösch: „Es  ist es geradezu eine Pflicht der Staatengemeinschaft, der israelischen Regierung auf die Hände zu schauen und sich für ein Ende der Gewalt einzusetzen.“ Hin und weg schauen scheint nicht zu reichen. Wie wäre es mit Klopfen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.