Hat Siemens diesen Kahlschlag nötig?

Der Gastautor des Manager-Magazins schreibt im Spiegel über die geplanten Entlassungen bei Siemens in Deutschland.

Er stellt u.a. folgende Frage: „Geht es Siemens so schlecht, dass der Konzern rund 7000 Stellen streichen und zwei Werke schließen muss?“

Darauf kann und muss man antworten. Nein, aber. Ein Unternehmen muss auf die Zukunft ausgerichtet werden. Wenn es dann Bereiche gibt, die eher zur Belastung werden als zum Erfolg beitragen muss man sie freisetzen.

Die zukünftigen Absatzmärkte für Turbinen ist Asien und andere weit entfernte Länder. Nicht Europa. Turbinen hier bei hohen Personalkosten herzustellen und dann teuer an den anderen Standort zu transportieren ist nicht sinnvoll. Deswegen wird die Herstellung hier herunter gefahren und vermutlich in Asien wieder aufgebaut. Eine vernünftige Entscheidung eines CEO für das internationale Unternehmen.

Noch dazu wandelt sich der Absatzmarkt für Turbinen erheblich. Das weiss auch ein Herr Schulz und die Arbeiter in den Werken. Die Nachfrage nach den Produkten sinkt.

Auch GE, der Konkurrent von Siemens, hat gerade vor ein paar Tagen Entlassungen von rund 1’500 Mitarbeitern in der Schweiz verkündet. Dort werden auch Turbinen gebaut.

Die Entscheidung von Siemens steht also nicht alleine auf weiter Flur.

Die Frage des Journalisten müsste eher lauten: „Was hat die Politik und die Bürger in den letzten Jahren dafür getan, dass die Herstellung dieser oder alternativer Produkte in Deutschland bleiben? Und sich die Produktion und der Transport in die Absatzmärkte lohnt?“ Nichts. Zumindest Politiker kennen die Zahlen über die Globalisierung und Trends und hätten das Land und die Bevölkerung darauf vorbereiten können.

Klar ist, dass sich durch die Globalisierung viele Dinge verlagern werden und ähnliche Entscheidungen, auf anderen Gebieten, notwendig werden. Zum Beispiel in der Automobilindustrie, den Zulieferern, dem Maschinenbau oder anderen herstellenden Branchen. Der zukünftige Markt ist Asien/Indien mit rund 4-5 Milliarden Konsumenten. Was liegt da näher, als die Produkte dort zu niedrigeren Kosten herzustellen und sich die Transportkosten von Europa zu sparen?

Wir werden in den nächsten Jahren erhebliche Umwälzungen in Europa erleben, bei denen viele Arbeitslose entstehen. Man könnte sagen, die Politik hat gepennt und das Volk hat sich auf die Politik verlassen. Was man nie machen sollte. Die Unternehmen können nur nach Profitabilitätskriterien handeln, sonst gehen sie ganz kaputt und andere übernehmen ihre Arbeit. Sie stehen heute im internationalen Wettbewerb, gerade bei solchen Produkte.

Journalisten wie „Arvid Kaiser“ stellen also die falschen Fragen an die falschen Leute und wollen damit die Bürger für dumm verkaufen und den unnützen Kampf Gewerkschaft/Bürger gegen Konzerne ankurbeln. Das hilft ihnen später als Arbeitslosem wenig.

Wichtig wäre, sich mit einer Situation nach dem Abzug viele Unternehmen zu beschäftigen. Aber man schiebt lieber den schwarzen Peter anderen zu, schliesslich ist ja schon wieder Wahlkampf.

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