Facebook – der heilige Gral auf dem Menschen um Liebe betteln!

Facebook LiebeIch benutze Facebook seit Jahren. Natürlich, es gehört zum Live-Stile! Es gehört zu heutiger Kommunikation mit der Aussenwelt, Kommunikation mit Freunden oder der Familie. Ich teile meine politischen oder sonstigen Meinungen, Witze, Kommentare zu allen Lebenslagen, Rezepte, Bilder und Videos die ich toll oder witzig finde.

Ich teile das alles, weil ich vermute oder hoffe, dass andere von mir gepostete Beiträge witzig oder interessant finden.

Ich habe noch nie, ernsthaft darüber nachgedacht, warum manch andere ihre Beiträge teilen. Bis ich eines Tages direkt mit dem Hammer darauf gestossen wurde.

Facebook ist ein Werkzeug anderen zu zeigen, wen man „vermeintlich“ kennt und wer einen „vermeintlich“ lieb hat. Zuneigung kann in allen möglichen Formen geschehen. Facebook ist ein Programm mit dem Menschen sich die „Liebe“ anderer vorgaukeln können. Sich „Liebe“ erkaufen oder erschleichen können. Mit allen psychologischen Tricks neue Freunde finden, die ihnen „Liebe“ schenken. Und man kann den anderen zeigen – schaut mal, der liebt mich, er hat meinen Beitrag „geliket“. Er antwortet auf meinen Beitrag, aber auf deinen nicht. Ich habe so und so viele Freunde, bin mit der Berühmtheit verlinkt oder war schon in so vielen Städten oder Ländern in Ferien.

Facebook ist eigentlich also ein „Ego-Schmeichler“. Ein Werkzeug um sich selber Streicheileinheiten verpassen zu können. Ein Tool in dem man wilde Diskussionen mit wild fremden Menschen führen kann und in denen man das Ende dieser Diskussionen auch selber bestimmen kann.

Den meisten geht es also dabei nicht um die Sache die sie anderen näher bringen möchten, sondern darum einer Gruppe gleich denkender an zu gehören, die dann natürlich die eigene Meinung gut finden und sie bestärken. Also sie lieben.

Das geht aber nur, wenn es kreative Köpfe gibt, die etwas neues, ein Thema, einen Artikellink oder ein Video, eine Karikatur auf Facebook posten. Vorlagen dazu gibt es natürlich in den Medien massenweise, auf YouTube oder anderen Webseiten. Anscheinend gibt es aber unterschiedliche Qualitäten von kreativen Köpfen.

Die einen die nur Beiträge von anderen „Liken“ oder „Teilen“, weil sie selber nicht einmal auf die Idee kommen, was nettes auf der anderen Seite des Netzes zu suchen um das zu posten. Das erkennt man daran, dass man auf einmal, nach Monaten, ein Bild wieder sieht, dass man selber mal gepostet hat. Es ist vermutlich einmal von dieser Gruppe um die Erde gewandert.

Die nächste Gruppe, die alles besser, anderen nachmachen muss, weil sie selber nicht auf die Idee kommen, dann aber auftrumpfen wollen in dem sie etwas besser machen als der „gelinkte“ Freund.

Eine weitere Gruppe, die ganz was besonderes, eigenes machen muss um sich und anderen zu beweisen, wie toll sie sind. Dazu nehmen sie oft Anstrengungen in Kauf, die sie nicht einmal im Beruf unternehmen würden um Karriere zu machen.

Love – Rocks

Und dann gibt es die Gruppe, die eigentlich selber nie was beiträgt aber mit ihrem überschäumenden „gelike“ bei ganz bestimmten „Freunden“ ganz besonders viel „Liebe“ ablassen wollen. Früher hätte man das „Arschkriechen“ genannt.

Mit anderen Worten, Facebook spiegelt die Abgründe der Menschheit in noch tieferer Weise wieder, als das Internet  es schon nicht mehr kann, obwohl es da schon sehr weit geht.

Man kann es auf einen Punkt bringen – die meisten Menschen auf Facebook versuchen sich eine nicht echte pseudo Liebe zu erschleichen. Das ist der Kern des Ganzen.

Selbst die so berühmten „Shit-Storms“ sind nichts anderes, als die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu signalisieren. Schaut mal, ich denke auch so wie ihr, dann müsst ihr mich aber lieb haben. Und, weil ich zu euch gehöre, bin ich wichtig.

Mich ekelt das zunehmend an. Besonders dadurch, dass diese „Strömungen“ in denen sich die Typen lieb haben wollen, immer groteskere, extremere und unrationellere Züge annehmen. Und, dass sie sich auf die Realität übertragen und dann wirklich echten Schanden erzeugen.

Beste Beispiele sind aktuelle Shit-Storms gegen Flüchtlinge, Ausländer oder andere „schwächere“ Gruppen von Menschen. Die dann in tatsächlichen Schlägereien, Brandstiftung und Nötigung enden.

Übrigens ist das auch eine typischer Charaktereigenschaft der dumpfbackigen „Likest-Du-Mich–Liebe-Ich-Dich“ Truppen auf Facebook. Dumme Menschen haben schon immer nach unten getreten und sind nach oben in den Arsch des über ihm stehenden gekrochen.

So wird das heute auf Facebook nur in Sekunden, Minuten und Stunden gemacht, wozu der Mob früher Monate oder Wochen brauchte.

Natürlich gibt es auch die positive Seite, die es ermöglicht über „Likes“ positive Strömungen zu verursachen. Leider gibt es die noch zu wenig, weil die Menschheit sich, wie ich immer wieder feststellen muss, in ein 80/20 Verhältnis einteilen lässt. 80 % Strunzdoofe gegen 20 % einigermassen Intelligente.

All das stört Facebook – Gründer Mark Zuckerberg nicht im geringsten, denn das Ego vieler Menschen mag jeden Tag befriedigt werden, ob positiv oder negativ. Und da es auch noch Geld abwirft, wenn sich die einen pseudo lieb haben und die anderen pseudo die Köpfe einschlagen, kann man auch die Server laufen lassen.

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