Die wahre, aktuelle Lage in Syrien

Ein Beitrag von „Hinter den Kulissen„,  den wir uneingeschränkt teilen.

Entscheidend ist in den nächsten Tagen, ob man den Nachschubweg an Waffen und Material aus der Türkei an den IS und die Rebellen abschneiden kann.

Aktuelle Lage in SyrienDen vor Monaten von „Hinter den Kulissen“ für Ende September prognostizierte Kriegseintritt Russlands in den Syrienkonflikt, hat sich bewahrheitet. Die Entscheidung der russischen Regierung ist bereits damals gefallen, als die türkische Regierung mit der Planung einer Puffer- und Flugverbotszone für Syrien begann. Wenn Russland diesem Vorhaben nicht zuvor gekommen wäre, dann hätte Syrien den Krieg gegen die verschiedenen Terrorgruppen mit Sicherheit verloren und Europa müsste dann erst recht mit vielen Millionen Flüchtlingen rechnen. Die jetzige Flüchtlingswelle wäre dagegen sogar noch harmlos gewesen.

Um die Situation in Syrien besser einordnen zu können, reicht nicht nur ein Blick auf die aktuelle Karte, sondern man muss auch die genauen Machtverhältnisse und die Ziele der russischen Anti-Terror-Koalition kennen.

Die von der syrischen Regierung kontrollierte Zone (Rot) gilt für die Bevölkerung als weitgehend sicher. Die Menschen können dort ihren alltäglichen Dingen nachgehen und Religionsfreiheit ist noch immer eine Selbstverständlichkeit und ein wichtiges Kriterium für die meisten Inlandsflüchtlinge. Aus dem restlichen Land flohen über 7 Millionen Binnenflüchtlinge in dieses „Assad-Gebiet“. Interessanterweise gehört der überwiegende Teil der Syrer in diesem sicheren Gebiet dem sunnitischen Glauben an, also die laut saudi-arabischer Propaganda nach vom „Assad-Regime“ unterdrückten Bevölkerung. Viele Muslime sind auf diese wahhabitische Propaganda hereingefallen. Sie diente nur dem Zweck geopolitischer Interessen verschiedener Akteure.

Die grünen Gebiete werden von verschiedenen Terrorgruppen gehalten. Über 90 Prozent dieser „Rebellen“ sind ausländische Kämpfer und gehören der extremistisch-terroristischen Al-Kaida Organisation an. In westlichen Medien werden sie oft als „Oppositionelle“, „moderate Rebellen“ oder „gemäßigte Kämpfer“ bezeichnet, obwohl die meisten nicht mal Syrer sind und genau so brutal und rücksichtslos gegenüber der Zivilbevölkerung agieren, wie der Islamische Staat (IS). Diese „Rebellen“ haben zudem die selbe Ideologie wie der IS und lehnen eine Demokratie strikt ab. Diesen „gemäßigten Rebellen“ werden viele Verbrechen und Massakern an Christen und anderen Minderheiten zugeschrieben. Der Giftgas-Angriff, der fälschlicherweise Assad in die Schuhe geschoben wurde, geht laut verschiedenen internationalen Untersuchungskommissionen ebenfalls auf das Konto der „gemäßigten Terroristen“. Was diese Terroristen besonders gefährlich macht, ist, weil anders als bei IS, sie ganz offen und ohne Verschleierungs-Umwegen von den USA, der Türkei, Katar und Saudi Arabien ausgebildet und bewaffnet werden, um letztendlich die syrische Nation zu terrorisieren.

Türkischer Nachschubweg für IS abschneiden

Den syrischen und russischen Streitkräften muss es nun gelingen, diese grünen Bereiche im Nordwesten des Landes von den Al-Kaida Terroristen zu säubern. Das soll dann dazu führen, dass die kurdischen Milizen im Norden (Gelb) etwas entlastet werden. Ziel der koordinierten Operationen sind die Schließungen der noch offen verbliebenen türkischen Nachschubwege für die IS (Schwarz) und Al-Kaida Terroristen (Grün), siehe Karte. Die kurdischen Truppen sollen mit Hilfe der russischen Luftschläge ihre beiden Gebiete (Gelb) miteinander verbinden und somit die Nachschubwege der Terroristen in die Türkei abschneiden und in Zukunft die Grenze bewachen. Im Gegenzug wird Damaskus den Kurden ein autonomes Gebiet gewähren.

Ausgerechnet in dem Gebiet, an der türkisch-syrischen Grenze, von der die verschiedenen Terrorgruppen ihren Nachschub erhalten, wollte die Türkei eine Puffer- und Flugverbotszone zum Schutz für Flüchtlinge errichten, aber um in Wirklichkeit den Nachschubweg zu sichern und offen zu halten. Der drohte nämlich an die Kurden zu fallen. Die Türkei wollte den kurdischen Milizen also zuvor kommen und ihr Vorhaben für eine Destabilisierung Syriens mit aller Härte fortsetzen. Nun sind die Russen gekommen und verhindern diese türkische Pufferzone (Terror-Korridor). Auch die einseitig ausgerufene 5 Kilometer Flugverbotszone im syrischen Gebiet kann die Türkei gegen russische Kampfjets nicht mehr aufrechterhalten. Terror-Stützpunkte werden seit einer Woche wieder bombardiert.

Den syrischen und kurdischen Streitkräften und der russischen Luftwaffe muss es nun gelingen, die türkisch-syrische Grenze zu schließen und den Terroristen den Nachschub abzuschneiden. Erst danach kann eine vielversprechende Bodenoffensive gegen IS begonnen werden. Alles andere wäre strategisch unklug und sogar sehr riskant.

isis oil mapWir sollten uns also darauf einstellen, dass die russischen Luftangriffe gegen die „moderaten Terror-Rebellen“ (Grün) in den nächsten Tagen intensiviert werden und deshalb der IS (Schwarz) kurzfristige Geländegewinne gegen Al-Kaida-Rebellen verzeichnen könnte. Wichtig ist, dass die Kurden (Gelb) ihre Gebiete miteinander verbinden und die Grenze bewachen. Und die syrische Regierung (Rot) muss die Al-Kaida Gebiete (Grün) befreien und für Ordnung sorgen. Dann stünden bald wieder mehr Bodentruppen zur Verfügung, um die IS (Schwarz) angreifen zu können und die Gebiete im Osten des Landes zu befreien. Das wird wahrscheinlich mit einer gleichzeitigen Offensive der irakischen Armee stattfinden, um den IS kein Rückzugsgebiet an der Grenze zu gewähren.

Eigene Quellen: http://uk.businessinsider.com/isis-propaganda-videos-on-europe-refugees-2015-9?r=US&IR=T

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