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Die grossen Player Treiben die anderen vor sich her

Globalisierung erreicht Wendepunkt

In den letzten Jahren hat die Globalisierung eine weitere Stufe seines Daseins erreicht. Allen wurde klar, dass nur die, welche in Zukunft Macht über Rohstoffe haben, das Zepter in der Hand halten werden. Tatsache ist, dass der sogenannte „Westen“ (USA/Europa) kaum Rohstoffe im Vergleich zu anderen Regionen hat. Die USA noch mehr als Europa. China, Russland und andere Mitglieder der BRICS+ Staaten, welche entweder selber Rohstoffe in grossen Mengen in Ihren Ländern besitzen oder über ihre geschickte Politik Einfluss und Macht über Länder besitzen, die Rohstoffe liefern können, haben gezeigt, wie sie damit umgehen und welche Macht sie damit ausüben können. Der „War for Resources“ hat damit erst richtig begonnen. Auch die Bemühung der USA, z.B. über SpaceX, wieder Hoheit über die Exploration auf anderen Planeten zu gewinnen, zeigt diese Entwicklung auf.

Politik & Wirtschaft im Westen getroffen, wie mit dem Vorschlaghammer

Diese Erkenntnis hat den Westen, insbesondere die Wirtschaft und die Politik wie mit einem Vorschlaghammer getroffen. Ihnen ist bewusst geworden, dass die „Anderen“ nach und nach Macht über die grossen Ressourcen auf der Welt erlangt haben, von denen sie abhängig sind. Das heisst, die grossen Unternehmen in den USA und Europa mussten mitansehen, wie ihnen der angenehme Teppich der Ressourcen unter den Füssen weggezogen wurde. Der „westlichen Welt“ ist mit einem Schlag bewusst geworden, dass sie Jahrzehnte geschlafen haben und dass sie das ihre Existenz und ihre Vormachtstellung auf der Welt kosten kann.

Das so was von so was kommt?

Gier

Der Westen selber hat aus Gier die Globalisierung vorangetrieben, um mehr Profit zu machen. Um in Asien billig produzieren zu lassen. Billiger als in der Heimat. Europa hat ab den 1970er Jahren (der ersten Öl-Krise) sehr gerne das billige, russische Gas und Erdöl angenommen, womit Europa seinen Wohlstand aufbauen konnte. Russland war die ganze Zeit ein günstiger und verlässlicher Lieferant. Ohne das wird der Wohlstand zerbröseln wie eine Sandburg im Wind.

Dabei hat der Westen China, Russland und anderen gezeigt, wie es geht. Ob es Halbleiter, Solarpanels, Autos oder Batterien sind, der Rest der Welt hat zugeschaut, hergestellt und gelernt. Solange, bis sie es selber und besser machen konnten. Wozu benötigen sie denn jetzt heute die anderen noch? Der Westen hat im Osten produziert, um hohe Profite zu machen und dabei sich selber die grösste Konkurrenz herangezogen, die es geben kann. Die Produzenten und Lieferanten haben gemerkt, dass sie die Hoheit über die Rohstoffe haben und nun auch noch das Know-how daraus etwas zu machen. Wozu brauchen sie den Westen dann noch, er hat sie sowieso immer schäbig behandelt. Absatzmärkte gibt es auf der Welt genug.

Selbstverliebtheit

Die Politik im Westen war und ist mit sich selber beschäftigt. Während dem Westen der Wohlstand, praktisch unter dem Hintern zerbröselt, viele merken es nur noch nicht, betrieben die Parteien weiterhin ihr klassisches Spiel des Dauerwahlkampfs, ähnlich einer Dauerwerbesendung. Wir müssen das Klima retten! Wir sind Gutmenschen! Wir wissen, wie viele Geschlechter es gibt. Wir wollen der Welt alles aufdrücken, was wir wollen! Die Medien wurden zu Propagandamaschinen und Hollywood produziert mit seinen Serien eine Hypnose-Welle nach der anderen. Von der Kinderstunde bis zur Bare werden da den Menschen Sichtweisen eingebläut die nur einen Zweck haben. Und sie schauen sich das freiwillig an. Tag für Tag, Stunde für Stunde. Das Volk wählt sogleich auch keine Krisenbewältiger, sondern Weltverbesserer. Ein fataler Fehler, für sie und alle weiteren Generationen. Aus ist mit Wirtschaftswunder. Die Öl- und Gas-Krise ist nur die Spitze des Eisbergs, der Ressourcen-Krise im Westen.

Hoch fliegen und tief fallen

Die immerwährenden Steigerungsraten der grossen Konzerne am Quartalsende. Der unbändige Glaube – sinngemäss – am Deutschen / US / EU – Glauben wird die Welt genesen. Wir sind die Grössten, die Stärksten und wir bestimmen alles auf dieser Welt, fällt zusammen wie ein Kartenhaus. Spätestens als Russland die Hoheit in Syrien übernahm, mit China die BRICS+ ausbaute und ein immer besserer Partner der OPEC wurde, hätte man es ahnen können. Wohlwollend hat China aus der Ferne zugesehen. Die wichtigsten Ressourcen „Öl und Gas“ werden (in naher Zukunft) nicht mehr von den USA kontrolliert und damit auch nicht mehr der Dollar. Zu viel haben diese sich mit ihren Lieferanten erlaubt. Selbst Saudi-Arabien steht mehr zu Russland als zu seinem langjährigen Kunden USA und liefert und kauft Öl von und nach Russland in Rubel. Man kann sagen, die gesamte Nah-Ost und Energie-Politik und Strategie der USA liegt in Trümmern. Der letzte „geglaubte“ Rettungsanker, „der Ukraine-Krieg“ in dem die USA wieder Tausende von „fremden“ Menschenleben opfert, wird keinen Wendepunkt erzeugen. Im Gegenteil, die US-Macht, und damit auch ihrer Schützlinge – Europa, wird noch stärker zerfallen. Hoch geflogen und tief gefallen, wird es später in den Geschichtsbüchern vermerkt sein. Die USA, der Weltpolizist, der Hegemon der Erde versagt mit seiner Jahrzehnte alten Strategie, des aus der Hüfte schiessenden Cowboys.

Macht über Rohstoffe entscheidet zukünftige Macht über die Welt

Die Wirtschaft aber funktioniert nach anderen Regeln. Sie interessiert, was hinten rauskommt. Und zwar jetzt oder morgen.  Während die Politik noch mit der Keule versucht vermeintlich und imaginäre „Schuldige“ zu treffen, um das Lagerfeuer hüpft und Ugha, Ugha schreit, handelt die Wirtschaft. Den Zerfall nehmen die global Player aus den USA sofort und drastisch wahr und reagieren sofort. Die Konzerne in den USA pfeifen es schon wie die Spatzen von dem Dach. Wer sich jetzt nicht um Ressourcen bemüht, der wird untergehen. Und so ist ein Run, eine Rally auf alles entbrannt, was in Zukunft als Ressource definiert wird. Als erstes Land! Land, besonders Agrar- und Bauland, ist eine Ressource für Lebensmittel und Immobilien, beides wird in Zukunft knapp und teuer. Und zwar weltweit. Wenn man aus Russland oder der Ukraine kein Weizen oder Sonnenblumenöl mehr kaufen kann, dann muss es woanders, möglichst heimisch hergestellt werden. Das geht nur mit Agrarland. In den neuen Ländern der EU, im Osten, die man zur NATO überredet hat, findet gerade ein Ausverkauf der Landflächen für Landwirtschaft an US-Konzerne statt. Die Ukraine wäre da natürlich auch ein naheliegendes Ziel. Gerne möchten Monsanto und Co. diese Felder besitzen. Die ehemalige Kornkammer der Welt. Wer in Zukunft die Lebensmittel beherrscht, beherrscht die Menschen. Denn die Lage wird sich vehement zuspitzen. Lebensmittel werden im Westen teurer, weil der Westen gepennt hat und nicht verhandeln wollte.  Zum Beispiel mit Russland oder afrikanischen Staaten oder Brasilien. Man hat aber lieber eingeschüchtert, mit Kriegen gedroht, Konten eingefroren, Gelder konfisziert und Überweisungen verhindert. Es wurde bekannt, dass solche Leute wie Bill Gates, George Soros, etc. in den ganzen USA Farmland aufkaufen, und zwar in Mengen. Man wunderte sich nicht.

Auswirkungen auf Binnenmarkt und Frieden im Land

Die USA haben bisher auf Ressourcen aus dem Ausland gesetzt. Besser fremde Ressourcen verbrauchen und die eigenen sparen. Eigentlich clever. Erst recht, wenn sie noch billiger sind. Jetzt wendet sich das Blatt und man benötigt die eigenen Ressourcen. Weil man vieles nicht mehr bekommt oder es zu teuer ist – dank der eigenen Politik. Das führt dazu, dass die Konzerne in den USA, wie die Wilden, alles aufkaufen, was nicht niet- und nagelfest ist. Farmer im mittleren Westen können sich vor Angeboten für ihr Land nicht retten. Preise für Farmland und Bauland, sowie Immobilien explodieren dort. Das hat auch Auswirkungen auf die Preise von Wohnraum in Ballungsgebieten. Die Armen werden noch ärmer, die Reichen noch reicher. Das führt zu massiven Unruhen in der Bevölkerung. Aber auch den Farmern, die sich ihr Farmland über Generationen aufgebaut haben, schmeckt das nicht. Denn wenn Farmland zerstückelt und anderweitig verwendet wird, sinkt der Ertrag und die Arbeit von Generationen geht den Bach runter. Schon gibt es in den USA Vereinigungen, die sich gegen den vehementen Farmland-Kauf organisieren und wehren.

Düngemittel spielt eine wichtige Rolle

Übrigens, viele wissen nicht, dass nicht nur Öl und Erdgas aus Russland eine wichtige Rolle im Westen spielen. Die Rohstoffe für Düngemittel kommen auch zu einem Grossteil aus Russland. Der Düngemittelmarkt war bis kurz vor dem Ukraine-Krieg eine weltweit ausgewogene und ausbalancierte Angelegenheit. Man könnte auch sagen, er war abgesprochen. Länder mit niedrigen Erträgen mussten Düngemittel bei den westlichen Industrie-Konzernen kaufen, um wenigstens solche Erträge zu erreichen, die wirtschaftlich sinnvoll waren und sie damit gleichzeitig ihre Bevölkerung ernähren konnten. Am Hebel sassen schon immer die Europäer und Amerikaner. Der Rest wurde erpresst und ausgenommen. Ich weiss, wovon ich rede, ich habe selber mal für ein solches Unternehmen gearbeitet. Im November 2020 kostete eine Tonne Kalkammonsalpeter noch 125 Euro, Ende Juli 2022 775 Euro. Das ist mehr als sechsmal so viel oder 520 % mehr. Die Bauern in Europa fangen an, sich Sorgen zu machen, wie sie da noch wirtschaftlich handeln sollen. Aber stellen sie sich mal einen Bauern in Uganda vor, der sich die alten Preise schon nicht leisten konnte? Der kann einfach kein Düngemittel mehr kaufen und seine Erträge sinken auf ein Minimum, womit Hungersnöte vorprogrammiert sind.

Keine guten Aussichten, es sei denn!

Die grossen „global Player“ sitzen in den USA und spielen das Spiel um die Ressourcen immer vehementer und aggressiver.  Ihre kleinen Sub-Untertanen in Europa tun es ihnen gleich. Das kann zu einer Eskalation in den Ländern führen. Volksaufstände rund um den Globus. Aber besonders hart in Europa und den USA. Und auch Kriege, die die ganze Lage noch schlimmer machen würden. Entschärfen könnte das nur die Politik in den USA und EU, in dem sie auf Russland und China und andere BRICS+ Mitglieder und die es werden wollen, diplomatisch, freundschaftlich zugeht und Kompromisse abschliesst. Der Kampf um die Hegemonie der USA oder des Westens ist verloren. Wenn man noch was retten will, dann ist „jetzt“ die Zeit für Diplomatie. Argumente, wie man müsse die westliche Demokratie, die Freiheit retten, wiegen heute nicht mehr so viel, wie die Zukunft unserer Kinder. Und die steht auf dem Spiel. Man kann sich entscheiden. Der kluge Mensch wählt den Mittelweg. Die Lage ist nicht durch den Ukraine-Krieg verursacht, sie hat sich schon vorher so entwickelt. Aber die Reaktionen der Politik haben die Lage in ungeahntem Masse verschärft. Das Feuer mit Feuer zu bekämpfen, war schon immer keine kluge Entscheidung. Es ist „jetzt“ die Zeit für diplomatische Politiker, mit Verstand und Weitblick Verhandlungen zu führen, sonst wird der Schaden noch viel grösser sein. Damit würden sich auch gleich die anderen Probleme lösen. Die Inflation ist natürlich eine Auswirkung des politischen Handelns der vergangenen Jahre in USA und Europa. Und sie würde sich sofort in Wohlgefallen auflösen, wenn man denn „jetzt“ diplomatisch handeln würde.

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