Das Problem mit „Links“ und „Rechts“!?

In politischen und gesellschaftlichen Diskussionen, Beiträgen oder Büchern tauchen immer wieder die Begriffe „Links“ oder „Rechts“ auf. „Der ist doch links“ wird gesagt oder „Das ist aber ein Rechter“. Oft wird verallgemeinert in „die Linken“ oder „die Rechten“. Mir ist natürlich klar, was damit angedeutet werden soll. Man möchte bestimmte Menschen oder Meinungen, der Einfachheitshalber, in eine politische Schublade stecken. Dann hat man einen klareren Kopf und kann es sich mit seinem Gegenüber einfach machen. Das ist aber eine sehr gefährliche Sache. Deshalb möchte ich darauf mal eingehen.

Was ist „Links“ und was ist „Rechts“?

Gerade heute ist die Vereinfachung in „Linke“ und „Rechte“, aus meiner Sicht, nicht mehr realitätsnah und damit auch gefährlich. Denn die Systeme und Gegebenheiten die zu den Ergebnissen und Auswirkungen führen, die oft als „Rechts“ oder „Links“ bezeichnet werden, haben oft ganz andere Gründe, sind vielschichtig und oft aus einer entgegengesetzten Politik heraus entstanden.

In den meisten Fällen in politischen Diskussionen, wenn von „Links“ oder „Rechts“ die Rede ist, ist die politische Ausrichtung gemeint.

Die „Politische Linke“ wird in Wikipedia wie folgt definiert:

„Unter der politischen Linken werden relativ breit gefächerte weltanschauliche Strömungen des politischen Spektrums verstanden. Die mitunter weit voneinander entfernten Strömungen der politischen Linken eint dabei, dass sie von der Gleichheit der Menschen ausgehen. Mit linker Politik werden sehr unterschiedliche Umsetzungsversuche jener ideologischen Ansätze bezeichnet, welche die Aufhebung von Ungleichheit und als Unterdrückung begriffenen Sozialstrukturen, zugunsten der wirtschaftlich oder gesellschaftlich Benachteiligten, zum Ziel haben. Ihr traditioneller Gegenpol ist die Politische Rechte.“

Die „Politische Rechte“ wird in Wikipedia wie folgt definiert:

„Als politische Rechte wird ein Teil des politischen Spektrums bezeichnet. Sie geht von einer Verschiedenheit der Menschen aus und befürwortet oder akzeptiert daher eine gesellschaftliche Hierarchie. Ungleichheit wird deshalb von der politischen Rechten als unausweichlich, natürlich, normal und wünschenswert betrachtet. Hier ist zu unterscheiden zwischen der klassischen Rechten, welche die Ungleichheit durch Erbfolge und Familientradition gerechtfertigt sieht, und der liberalen Rechten, welche Ungleichheit nur dann für gerechtfertigt hält, wenn sie das Resultat eines fairen Wettbewerbs ohne Vorteilsweitergabe an Nachfahren ist. Rechte Politik kann sich sowohl auf die gesellschaftspolitische als auch auf die wirtschaftspolitische Ebene beziehen.“

Was spricht gegen diese pauschale Bestimmung?

Jedem intelligenten Menschen muss klar sein, dass es zwischen Schwarz und Weiss, zwischen Rechts und Links eine riesige Bandbreite an Meinungen und Realitäten geben muss. In dem man eine Klassifizierung für Jemanden, eine Gruppe oder Partei vornimmt, schliesst man damit automatisch alle Feinheiten und möglichen differenzierten Meinungen aus. Mal abgesehen davon, fühlt sich so mancher durch eine Klassifizierung und eine Schublade in die er gesteckt wird beleidigt. Mit Recht. Denn nichts ist schlimmer als jemanden als dumm und einfältig zu bezeichnen, was man ja damit tut.

Ausschluss der Differenzierung

Die Kategorisierung in „Links“ und „Rechts“ nimmt jeder Diskussion die Möglichkeit differenzierte Meinungen wahrzunehmen. Neben den feinen Nuancen werden auch Überkreuz Meinungen ausgeschlossen. Es soll auch Menschen geben, die bei einem Thema „rechts“ denken und bei einem anderen Thema „links“. Beides schliesst sich nicht aus, auch wenn viele das glauben wollen. In dem man also diese Menschen so klassifiziert, drückt man sie in ein Korsett, und beraubt sich selber der Unterstützung bei anderen Themen.

Keine Lösungen nur Hass

Die Kategorisierung in „Rechts“ und „Links“ bietet auch keinen fruchtbaren Boden für Lösungen. Manchmal glaube ich, dass Menschen, die diese Kategorisierung vornehmen, den Status gerne für sich so festschreiben wollen. Denn sie haben Angst vor der Veränderung. Es ist ja auch einfach, sein Leben lang zu sagen: die Gruppe xyz ist und war schon immer „links“. Da braucht man sein Gehirn nicht anstrengen. Gleichzeitig müssen Menschen die sich ändern wollen, dass als Hass empfinden. Stellen Sie sich vor ein Mensch wird durch Lebenserfahrung schlauer und ändert seine Meinung. Und dann kommt irgendwer und sagt: der war ja schon immer links? Wie wird sich der Mensch wohl fühlen. Jippi, ich ändere mich trotzdem oder oh man, zu diesen Leuten will ich nicht gehören?

Und so ist es mit allen Schubladen

Bitte hört auf in Schubladen zu denken, Menschen so einzuteilen und so zu sprechen und schreiben. Ihr schadet nicht nur Euch selber, es entstehen auch keine Lösungen und nur der Hass zwischen zwei unterschiedlich denkenden Menschen wird grösser. Eigentlich ist Schwarz/Weiss-Denken ein Armutszeugnis für denjenigen der es verwendet, denn er ist nicht fähig differenziert über Themen zu denken und zu diskutieren. Er oder Sie hat eine Barriere im Kopf.

 

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